Erziehung
 
Wie Kinder brauchen auch Hunde Erziehung und Disziplin, versagt man hier, kann es zu ständigem Ärger führen.
Fachgerechte Hundeausbildung ist ein großes und komplexes Thema.
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Auffassungen über Richtig und Falsch, sowohl der Ziele als auch der Methoden.
 
 
 
» Erziehungsprinzipien
Hunde sind Rudeltiere und gedeihen am besten bei klarer Führerschaft, ohne diese ist der Hund verunsichert, führt zu Ungehorsam und fehlender Kontrolle.
Seiner Natur nach ist der Hund ein sich unterwerfendes Tier, dauerndes Herumerziehen, korrigieren oder unterjochen ist nicht notwendig.
Ein echter Rudelführer ist ein Mensch, den der Hund bewundert, respektiert und von ihm beeindruckt ist.
Diese Führerschaft verlangt vom Besitzer Dominanz in fairer und verständigen Art.
Die Härte des hundlichen Charakters sollte studiert werden um festzustellen, was notwendig ist, um den Hund zu beeindrucken.
Übertriebene Korrektur eines nervösen oder unsicheren Hundes schädigt die gesamte Beziehung.
Für einen selbstbewussten, sehr aktiven Hund ist das weich gesprochene Wort und ein Schnipsen mit den Fingern völlig Wirkungslos.
Bei der Hundeerziehung versucht man ganz einfach, erwünschte Handlungen des Hundes zu unseren Gunsten auszulösen.
Hundebesitz ist eine Verpflichtung, die man für die gesamte Lebenszeit des Hundes übernimmt.
Es ist sicher kein Vergnügen, einen Hund zu besitzen, bei dem nicht zumindest die Grundlagen der Unterordnung erzieherisch richtig gefestigt sind.
Denn es macht auch Freude einen gut erzogenen Hund zu besitzen.
Gezielte Ausbildung auf Unterscheidung von richtigem gegenüber falschem Verhalten, sollte direkt beginnen, sowie sich der Junghund in seinem neuen Umfeld eingewöhnt hat.
 
 
 
» Grunderziehung
Unter Grunderziehung versteht man die allgemeine Kontrolle des Hundes.
Oft wird dieser Begriff aber zu gering eingeschätzt.
Liebevolle und wohlmeinende Hundebesitzer meinen, dass mit Ausnahme dieses oder jenes Problems, ihr Hund gehorsam sei, völlig unter Kontrolle.
Das dauert dann immer solange, bis diese dann den Hund ableinen und ihren Hund kontrollieren oder - den Hund in die Position Platz zu legen, einige Meter sich zu entfernen - oder auch nur den Hund angeleint durch eine Menschengruppe zu führen, ohne dass dieser dabei zieht, Menschen meidet oder anspringt.
Solange diese Liebhaber noch keine Vorführung guter Unterordnung erlebt haben, vermögen sie auch nicht zu beurteilen, was erreichbar ist.
 
 
 
» Zwang oder Anreiz
Die meisten Ergebnisse der Hundeerziehung - besonders im Bereich des Wettbewerbs - werden durch starken Druck und Zwang erreicht, Frustration und Druck sind noch verbreitet.
Wie bei vielen Sportarten der Vergangenheit gibt es auch bei der Hundeerziehung deutliche Fortschritte, weil mehr und mehr Menschen sich damit beschäftigen.
 
 
 

» Die zwei Alternativen

Grundübung Sitz

 
Gibt man das Kommando Sitz und drückt man das Hinterteil des Hundes auf den Boden, führt dies zu einem Ergebnis.
Das Ergebnis mag nicht lange anhalten, ist aber trotzdem ein eindeutiger Erfolg.
Wiederholt man die ganze Handlung, macht für den Hund eine Verweigerung oder Bewegung sofort unangenehm, führt dies zu einem besseren Ergebnis.
Durch Wiederholen wird das Resultat gefestigt.
Der Hund erhält von seinem Führer ein Kommando - er zeigt dem Hund durch Zwang - was gefordert wird.
Durch Nutzung der Unterordnungsbereitschaft wurde der Hund gezwungen zu reagieren, er erhielt weder Lob noch Belohnung, wurde auf Kommando gehorsam.
Dieser Methode fehlt der positive Anreiz.
Vergleicht man dies nun mit dem Futteranreiz, der mit dem Wort Sitz langsam über dem Kopf des Hundes gehalten wird.
Dabei ist es durchaus möglich, das der Hund aufgrund seiner Körperstellung zufällig die Position Sitz einnimmt, wird er gelobt und erhält seinen Leckerbissen.
Wiederholt man dies, immer in Begleitung mit dem Wort Sitz, wird der Hund die Aufgabe verstehen, reagiert beim Hören des Wortes, immer in Erwartung der Futterbelohnung.
Dem Hund wird die Methode durch eine Wortverbindung angezeigt.
Auf seine eigene Art und unter der Vorraussetzung, dass er Futter als Belohnung begehrt, reagiert der Hund auf das Wort Sitz.
Wird der Hund aber abgelenkt, ist er nicht in der richtigen Stimmung, verweigert er den Gehorsam.
Dieser Form fehlt jede Art von Zwang.
Was schließen wir daraus?
Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass man am besten beide Methoden miteinander verbindet.
Hund und Mensch sollten eine harmonische Einheit bilden.
Ein modernes, gewaltfreies Erziehungsprogamm schafft hierfür die besten Vorraussetzungen.
Eine effektive Hundeerziehung kann völlig gewaltfrei sein.
Dennoch darf es der Ausbildung nicht an Konsequenz mangeln.
 
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