Standart

Rassestandart
 
A.L.S.V.Ö.
gültig September 2002
 
» Allgemeines Erscheinungsbild
Der Altdeutsche Langstockhaar Schäferhund ist mittelgroß, kräftig und gut bemuskelt.
Seine Knochen sind trocken und das Gesamtgefüge ist fest.
Er verfügt über ein wetterfestes Haarkleid.
Eine gefällige Erscheinung ist anzustreben, doch darf die Gebrauchstüchtigkeit des Hundes nicht in Frage gestellt werden.
Das Geschlechtsgepräge muss ausgeprägt sein (die Männlichkeit des Rüden und die Weiblichkeit der Hündin muss unverkennbar sein).
Der dem Rassebild entsprechenden Altdeutschen Langhaar Schäferhundes vermittelt dem Beschauer ein Bild urwüchsiger Kraft, Intelligenz und Wendigkeit, bei dem in wohlproportionierter Abgewogenheit nirgends zu viel und nirgends zu wenig ist.
Bei überschäumenden Temperament muss er führig sein, sich jeder Situation anpassen und die ihm zugedachten Arbeiten willig und mit Freude ausführen.
Er muss Mut und Härte zeigen, wenn es gilt, sich, seinen Führer oder dessen Hab und Gut zu verteidigen.
Er muss auch freudig angreifen, wenn sein Führer dies verlangt, aber ansonsten ein wohl aufmerksamer, gehorsamer und angenehmer Hausgenosse sein.
Fromm zu seiner Umgebung, vor allem zu Kindern und anderen Tieren und unbefangen im Verkehr mit Menschen.

» Winkelung und Gangwerk
Der Altdeutsche Langhaar Schäferhund ist ein Traber.
Sein Gangwerk läuft somit in diagonaler Fußfolge ab -  er setzt immer in Entgegengesetzter Richtung zum Hinterlauf auch den Vorderlauf auf.
Das Verhältnis von Höhe zur Länge und die Stellung und Lagerung der Gliedmaßen (Winkelung) sind so aufeinander abgestimmt, dass ein weit raumgreifendes, ausdauerndes Traben gewährleistet ist.
Jede Neigung zur Überwinkelung der Hinterhand mindert die Festigkeit und Ausdauer.
 
» Wesen und Charaktereigenschaften
Der Altdeutsche Langhaar Schäferhund muss nervenfest, aufmerksam, unbefangen, führig, wachsam, treu und unbestechlich sein, sowie Mut, Kampftrieb und Härte besitzen.
Sie machen ihn in vorzüglicher Weise zum Gebrauchshund im allgemeinen, insbesondere zum gelehrigen Begleit- und Familienhund, Hüte-, Schutz-, Dienst-, Wach-, Fährten- und Rettungshund.
 
» Widerristhöhe / Gewicht
Rüden 60 - 65 cm / 30 - 45 kg
Hündinnen 55 - 60 cm / 22 - 38 kg

Die Widerristhöhe ist mit Standmaß als Höhe des Knochengerüstes bei angedrücktem Haar zu messen, und zwar an einer den Ellbogen des Hundes berührenden Senkrechten vom Widerrist zum Erdboden.
Überschreitungen nach oben, wie ein Zurückbleiben unter dem Mindestmaß mindern den Gebrauchs- und Zuchtwert.

» Kopf
Der Kopf soll der Körpergröße entsprechend (Länge ca. 40% der Widerristhöhe), ohne plump, zu fein oder überstreckt zu sein.
In der Gesamterscheinung trocken, zwischen den Ohren mäßig breit.
 
» Stirn
Die Stirn (von vorn und von der Seite gesehen) ist nur wenig gewölbt, ohne oder nur mit schwach angedeuteter Mittelfurche.
 
» Backen
Die Backen verlaufen seitlich in ganz sanfter Rundung und ohne hervorzustehen nach vorn.
 
» Oberkopf
Der Oberkopf (etwa 50% der gesamten Kopflänge lang) geht (von oben gesehen) von den Ohren zur Nasenkuppe sich allmählich gleichmäßig verjüngend, mit schräg verlaufendem, nicht scharf ausgeprägtem Stirnabsatz in den (ebenfalls von oben gesehen) keilförmig verlaufenden langen und trockenen Schnauzteil (Ober- und Unterkiefer), über.
Die Oberkopfbreite soll in etwa der Oberkopflänge entsprechen, wobei bei Rüden ein leichtes Überschreiten und bei Hündinnen ein leichtes Unterschreiten nicht beanstandet wird.
 
» Fang
Der Fang ist kräftig, die Lippen sind straff, trocken und gut anschließend.
 
» Nase
Die Nase muss schwarz sein.
 
» Nasenrücken
Der Nasenrücken ist gerade, verläuft nahezu gleich mit der Verlängerungslinie der Stirn.
 
» Gebiss
Der Altdeutsche Langstockhaar Schäferhund hat ein Scherengebiss - die Schneidezähne müssen scherenartig ineinander greifen, wobei die Schneidezähne des Unterkiefers die Schneidezähne des Oberkiefers schneiden.
Es soll gesund, kräftig und vollständig (42 Zähne - 20 im Ober- und 22 im Unterkiefer) sein.
Die Kiefer müssen kräftig entwickelt sein, damit die Zähne tief in die Zahnleiste eingebettet sein können.
Auf-, Unter- und Überbeißen, gerades Gebiss, auch größere Zwischenräume zwischen den Zähnen ist fehlerhaft.
 
» Ohren
Die Ohren sind mittelgroß, am Grund breit, hoch angesetzt, sie werden stehend - gleichgerichtet und nicht einwärts gezogen - getragen und sind spitz auslaufend mit der Muschel nach vorn gestellt.
Einwärts gezogene Ohren beeinträchtigen das Rassebild erheblich.
Kippohr, kupierte Ohren und Hängeohren sind zu verwerfen.
In der Bewegung und in liegender Ruhestellung legen viele Hunde die Ohren an, dies ist nicht fehlerhaft.
 
» Augen
Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schräg liegend und nicht vortretend.
Farbe der Fellfärbung und Maske des Hundes angepasst, möglichst dunkel.
Sie zeigen lebhaften, verständigen, selbstsicheren Ausdruck.
Helle Augen sind unerwünscht.
 
» Hals
Der Hals ist kräftig, mit gut entwickelten Muskeln ohne lose Kehlhaut (Wamme).
Er wird in einem Winkel von ca. 45° zur Horizontalen getragen, richtet sich in der Erregung stärker auf und senkt sich beim Traben.
 
» Rumpf
Die Rumpflänge soll das Maß der Widerristhöhe übertreffen.
Sie soll etwa 110 - 117% der Widerristhöhe betragen.
In der Gesamtlänge kurze, quadratische, hochläufige Hunde sind unerwünscht.
 
» Brust
Die Brust ist tief (ca. 45 - 48% der Widerristhöhe), aber nicht zu breit.
Unterbrust möglichst lang und ausgeprägt.
 
» Rippen
Die Rippen sind wohlgeformt und lang, weder tonnenförmig noch zu flach und bis zum Brustbein herabreichend, das bis zu den Ellbogen reicht.
Ein richtig geformter Brustkorb gestattet den Ellbogen freie Bewegung, wenn der Hund trabt.
Ein zu runder Brustkorb verursacht Störungen und ein Ausdrehen der Ellbogen.
Ein zu flacher Brustkorb verursacht eingezogene Ellbogen, der Brustkorb reicht ziemlich weit nach hinten, so das die Lenden verhältnismäßig kurz sind.
 
» Bauch
Der Bauch ist mäßig aufgezogen.
 
» Rücken
Der Rücken einschließlich Lende ist gerade und kräftig entwickelt.
Zwischen Widerrist und Kruppe nicht zu lang.
Der Widerrist muss lang und hoch genug sein, gut angedeutet dem Rücken gegenüber, zu dem er sanft übergehen muss, ohne die Rückenlinie zu unterbrechen, von vorn nach hinten gerade, ab Kruppe eine Handbreite leicht abfallend.
 
» Lenden
Die Lenden sind breit, kräftig und gut bemuskelt.

» Kruppe
Die Kruppe ist leicht abfallend.
Darm- und Kreuzbein bilden die knöcherne Grundlage.

» Rute
Die Rute ist buschig, mit leichter Fahnenbildung nach unten, sie reicht mindestens bis zum Sprunggelenk und darf nicht über die Mitte des Hintermittelfußes hinausragen.
In der Ruhe in sanftem Bogen herabhängend getragen, wird sie in der Erregung und Bewegung stärker gebogen und gehoben, doch nicht über die Vertikale hinausgehen.
Künstlich gestutzte Ruten sind unzulässig.

Vordergliedmaßen


» Schulterblatt
Das Schulterblatt ist lang, schräg gestellt (Neigung ca. 45°) und flach anliegend.
Der Oberarm schließt sich in etwa rechtem Winkel an.
Er muss, wie die Schulter, kräftig und gut bemuskelt sein.

» Unterarm
Der Unterarm (von allen Seiten gesehen) ist gerade.
Die Knochen des Ober- und Unterarms sind mehr oval als rund.

» Fesseln
Die Fesseln sind fest, aber nicht zu steil, aber auch nicht durchtretend (ca. 20°).
 
» Ellbogen
Die Ellbogen sind weder abstehend noch angedrückt.
Die Länge der Laufknochen soll die Brusttiefe überragen (ca. 55%).
 
Hintergliedmaßen


» Keulen
Die Keulen sind breit mit kräftigen Muskeln.
 
» Oberschenkel
Der Oberschenkel (von der Seite gesehen) ist schräg zum nur wenig längeren Unterschenkel, der sich im Winkel von etwa 120° anschließt, Winkelung entspricht etwa der Vorhandwinkelung, ohne überwinkelt zu sein.
 

» Sprunggelenk
Das Sprunggelenk ist kräftig und fest.
Der Hintermittelfuß ist kräftig und bildet mit dem Unterschenkel ein straffes Sprunggelenk.
Die Hinterhand muss insgesamt kräftig und gut bemuskelt sein, damit sie in der Lage ist, in der Bewegung den Körper des Hundes mühelos nach vorn zu schieben.
 
» Pfoten
Die Pfoten sind rundlich, kurz, gut geschlossen und gewölbt.

» Sohlen
Die Sohlen sind sehr hart, aber nicht spröde.
 
» Nägel
Die Nägel sind kurz und kräftig, von dunkler Farbe.
 
» Haarkleid
Die korrekte Behaarung des Altdeutschen Langstockhaar Schäferhundes ist das Langstockhaar mit Unterwolle.
Das einzelne haar ist länger, nicht immer gerade und vor allem nicht straff am Körper anliegend.
Besonders im Ohrinneren, hinter den Ohren, auf der Rückseite des Unterarms und meistens in der Lendengegend sind die Haare erheblich länger, sie bilden mitunter Ohrenbüschel und Fahnen ab Ellbogen bis Vordermittelfuß.
Die Hosen an den Keulen sind lang und dicht.
 
» Farbe
Schwarz mit regelmäßigen karottenbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, auch mit schwarzem Sattel, dunkel gewolkt (schwarzer Anflug auf grauem oder lichtbraunem Grunde mit dem entsprechenden helleren Abzeichen), Lackschwarz ohne jeglichen Abzeichen, grau einfarbig oder mit hellen oder braunen Abzeichen.
Kleine weiße Brustabzeichen oder sehr helle Innenseiten der Läufe sind zugelassen ,jedoch nur bei den dunkelgrauen, graubraunen ,  aber nicht erwünscht.
Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein.
Hunde mit wenig oder fehlender Maske, mit gelblichen Augen oder stechend hellen Augen, außer bei den grauen, hellen Abzeichen an Brust und Innenseite der Läufe, sowie weißlichen Krallen und roter Rutenspitze oder verwaschenen weichen Farben, gelten als pigmentschwach.
Das Grundhaar, die Unterwolle, ist, außer bei schwarzen Hunden, immer leicht grau gefärbt.
 
» Fehler
Alle Gebrauch, Ausdauer und Leistungsfähigkeit beeinflussenden Mängel in besonderem dem Geschlecht nicht entsprechendes Gepräge
Teilnahmslosigkeit
Nervenschwäche oder Überreizung
Scheuheit
Mangelnde Lebenskraft und Arbeitsfreudigkeit
Monorchismus oder Kryptorchismus, zu kleine Hoden
weiche oder schwammige Konstitution und Gehaltmangel
Farbenverblassung
Bläulinge
Albinotische Hunde (kompletter Pigmentmangel)
Weiße Hunde
Maß Über- oder Unterschreitungen
Kümmerformen
hochläufige und in der Vorderhand überladene Hunde
zu kurze Gesamterscheinung
zu leichter oder plumper Körperbau
weicher Rücken
Karpfenrücken
stark abfallende Kruppe
steile Stellung der Gliedmaßen sowie alle die Geräumigkeit und Ausdauer der Gangwerkes beeinträchtigende Mängel
zu kurzer, stumpfer, schwacher, spitziger oder überstreckter kraftloser Fang
Vor- oder Überbeißen oder andere Gebissmängel, schwaches oder angegriffenes Gebiss, fehlende Zähne
hängende und dauernd schlecht getragene Ohren, gestutzte Ohren
gerollte, geringelte, wie überhaupt schlecht gehaltene Rute, gestutzte Rute (Stummelrute)
zu weiche oder zu kurze Behaarung, lange Behaarung mit fehlender Unterwolle